Reiseberichte

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Kurze Information zur Harzreise:

Wer ab morgen eine detaillierte, mehrseitige Berichterstattung des Tages erwartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Es war vorerst so angedacht und angekündigt, aber ich habe auf mein Herz und meine bessere Hälfte gehört und lasse den Laptop zu Hause. Ich sitze jeden Tag mehrere Stunden vor diesem flimmernden Kasten. Eine kurze Zeit der Entbehrung und in Anbetracht auf das leichtere Reisegepäck, ist es die richtige Entscheidung. Natürlich habe ich dennoch das Bedürfnis, euch die Reiseerlebnisse mitzuteilen. Wann und in welcher Form das passiert? Lasst euch überraschen! Jetzt wird erst einmal gewandert!

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Auf den Spuren von Heinrich Heine, wandern wir seine im Jahre 1824 absolvierte Reise durch den schönen Harz nach. Mit einem guten Freund wollen wir eine Woche lang diese Gefilde erkunden und in einem Selbstversuch alles zu Fuß erreichen. Die Reiseroute dem literarischen Werk entnommen, an die heutigen Umstände angepasst und Unterkünfte an den Tageszielen gebucht. Nun muss es nur noch Ende April werden und die Wanderschuhe werden geschnürt. Ihr könnt uns begleiten und ich versuche wie gewohnt einen täglichen Bericht zu verfassen.

Auf den Spuren von Heinr

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Ich bin sprachlos - zum Glück erst nach dem Vortrag! Es war ein toller Abend und ich bin dankbar, dass ihr so zahlreich erschienen seid! Danke!

Ich bin sprachlos - zum

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In einer Stunde geht es los (19 Uhr) - freue mich auf euch!

In einer Stunde geht es

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Eintrittskarten sind ab sofort erhältlich! Ihr habt Interesse und wollt euch einen Platz sichern? Dann schreibt mir eine Mail (info@wjert.de) oder kontaktiert mich über Facebook.
(Kartenpreis: 5,00 €)

Ich freue mich auf einen tollen Abend mit euch!

Eintrittskarten sind ab

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Ein Bericht vom

Hallo meine Freunde,

es ist nun ein paar Wochen her, dass wir die gute isländische Luft atmen durften, unsere Füße das Profil der Wanderschuhe in den Lavaboden formten und wir uns Tag für Tag dem wechselhaften Wetter, aufgeputscht durch Übermengen Dünnbier, stellten.
Das ist ein Grund, das ganze gebührend Revue passieren zu lassen!
Deshalb möchte ich es wagen, euch dieses Land und seine Sehenswürdigkeiten, bestückt mit interessanten Fakten, in einem Lichtbildvortrag näher zu bringen. Ich möchte euch dazu alle herzlich am 27.01.2018 ab 18:30 Uhr einladen.

Wir verbringen einen gemütlichen Abend zusammen und haben hoffentlich alle viel Spaß!

Hallo meine Freunde,

es

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Tag 17 - Die Abreise und das Fazit.

Wir schreiben den 30. September 2017 - Tag 17 auf unserer Mission, der Erkundung der Insel aus Feuer und Eis. Das Ziel war die Erschließung des unerforschten Lebensraums und Kontaktaufnahme mit allen möglicherweise existierenden Arten und Erscheinungsformen von Leben. Houston, wir hatten kein Problem! Jetzt könnte einer denken, dass mir die viele frische Luft, die unzähligen Dünnbiere und zwei Wochen Unterbringung in einer teilweise mondähnlichen Umgebung die letzten Synapsen durchgebrannt hat. Ich glaube aber es liegt daran, dass im Flugzeug "Der Marsianer" mit Matt Damon gezeigt wurde und mir keine andere Einleitung eingefallen ist. Aber nun zum eigentlichen Thema.

Der letzte Tag ist auch gleichzeitig immer ein gebrauchter Tag. Für Unternehmungen ist keine Zeit mehr, die schmutzige Wäsche muss im Koffer flugfähig verstaut werden, die übrigen Nahrungsmittel und Dünnbierreserven sollen noch den Weg in den Körper finden und alle liegen schlapp auf dem Sofa und warten auf den endgültigen Startschuss zum Flughafen. Die ersten Ermüdungserscheinungen waren am gestrigen Tag schon sichtbar, haben heute ihren Höhepunkt erreicht und wollen uns mitteilen, dass die Zeit reif ist, wieder nach Hause zu fliegen. Wir haben sehr viel gesehen und können rückblickend sogar mit dem Wetter mehr als zufrieden sein. Wer im September nach Island reist, sollte auf viel Niederschlag vorbereitet sein und so hatten wir uns im Vorhinein auch keine großen Hoffnungen auf regenfreie Tage gemacht. Überwiegend kamen wir aber trockenen Hauptes über den Tag und erfreuten uns mehrmals des Besuches der Sonne. Die letzten Stunden war sie sogar Dauergast und wollte uns noch einmal die Schönheit der Insel in voller Pracht zeigen. Am Flughafen Kevlavik angekommen, war zunächst die Verabschiedung der treuen Gefährten geplant. Es war ja „nur“ ein Dacia Duster, aber wir waren durchweg von der Zuverlässigkeit und der Ladefläche dieses Vehikels begeistert. Nach erfolgreichem Check-In, bedienten wir uns im Duty Free Shop der steuerfreien und somit „günstigen“ Brau-Spezialitäten, um jedes Anzeichen von auftretender Nervosität im Keime zu ersticken. Kurz und knapp – trinken gegen die Flugangst! Nach zwei Wochen Abstinenz-ähnlichen Zuständen ging dies ausgesprochen schnell und mit dem anschließenden Besteigen des Flugzeuges, dem Start und der Landung, möchte ich diesen Punkt abschließen.

Ich möchte noch kurz ein paar Sachen aufschlüsseln, die mich in diesem Land abseits der besuchten Naturereignisse und Museen beschäftigt haben.

Tiere – sind hier keine Mangelware. Lediglich die Artenvielfalt beschränkt sich im September auf scheinbar zwei Geschöpfe. Schaf und Pferd! Bestimmt wird jeder Ornithologe jetzt im Dreieck springen und mich aufgrund meiner Aussage rügen. Im Herbst haben wir aber von der großen bunten Vogelwelt auf Island bedeutend wenig mitbekommen und ich kann die unterschiedlichen Gattungen an einer Hand abzählen. Schafe gibt es hier allerdings mehr wie Einwohner und sind auf jeder Autofahrt links und rechts fernab der Straße ständige Begleiter. Die Islandpferde sind ebenfalls in großer Menge vertreten und der ganze Stolz der Inselbewohner. Sie sind klein, kraftvoll, robust und somit das perfekte Fortbewegungsmittel für diese raue Umgebung. Sie besitzen außerdem, im Vergleich zu anderen Pferderassen, eine zusätzliche Gangart namens „Tölt“. Das ist eine gelaufene Gangart, hat somit keine Schwebephase und ist besonders angenehm für den Reiter. Eigenschaften, die die Pferde in der ganzen Welt beliebt machen und deren Alleinstellungsmerkmal so wichtig ist, dass keine anderen Rassen auf die Insel gelangen dürfen. Dieses Pferd soll reinrassig bleiben. Wer hier übrigens gegenüber einem Isländer aufgrund der Körpergröße des Pferdes das Wort Pony in den Mund nimmt, kann die sonst eher gelassenen Nordeuropäer schnell aus dem Sattel holen. Falls sich pedantische Korinthenkacker unter euch befinden, ich habe mich hier nur auf Landlebewesen bezogen. Fischarten und Wale gibt es natürlich auch viele.

Essen – ist ab und zu gewöhnungsbedürftig. Jetzt gibt es auf Island alles zu kaufen und keiner wird hier verhungern. Früher war das schon mehr ein Problem der Bevölkerung und es wurde alles gegessen und verwertet, was vor die Linse kam. So spricht man von traditionellen Gerichten wie „Hákarl“. Das Fleisch des Grönlandhais ist mit viel Harnstoff angereichert und wäre bei normalem Verzehr für den Menschen ungenießbar bis giftig. Erst durch langes Trocknen (Fermentieren) wird er essbar. Von Genuss kann man wegen des bestialischen Gestankes trotzdem nicht reden. Ich habe das Fleisch im Supermarkt in kleinen Mengen abgepackt gesehen. Um die Gruppendynamik nicht schon frühzeitig aufs Spiel zu setzen, habe ich von einem Kauf dann doch abgesehen. Auch bei Lamm wird traditionell alles verwertet und im Laden angeboten. So liegen die Innereien, wie Herz und Leber, gleich neben den paarweise eingeschweißten Schafsköpfen. Auch Wal gab es in kleinen Mengen zu kaufen. Hier hatten wir allerdings moralische Bedenken und der Preis sowie die Konsistenz des Fleisches schreckten uns ab. Was man in Island vergeblich suchen wird, ist eine McDonalds Filiale. Die letzte schloss 2009 ihre Pforten und als Grund wird die damalige Finanzkrise angegeben. Ein Isländer hatte die Idee, ein letztes Menü als Andenken zu kaufen und aufzubewahren. Der Burger und die Portion Pommes sind bis heute unverändert erhalten und können in Reykjavik bestaunt werden. Das sagt viel über das nahrhafte Essen dieser Fast-Food-Kette aus. Es gibt aber auch Spezialitäten, die es sogar in unsere Läden geschafft haben. So ist der Skyr, ein isländisches Milchprodukt und mit Quark vergleichbar, seit ein paar Jahren auch bei uns erhältlich und komplettierte jeden Tag unseres Urlaubes den Frühstückstisch.

Wald – Wer meine in den Berichten angehangenen Fotos gesehen hat, wird so gut wie keine Bäume darauf erblickt haben. Wald ist auf Island so gut wie nicht vorhanden, obwohl es vor der Besiedlung eine grüne Insel war. Grund waren die benötigten Holzvorräte für Häuser, Schiffe und Wärme. So wurde Island bis auf 2% der ursprünglichen Bewaldung abgeholzt. Nun gibt es Umwelt-Programme, die sich mit der Aufforstung befassen und das zurückgeben, was die Vorfahren für das Überleben brauchten.

Tanken – ist in Island durch die langen Wege des Öfteren nötig. Der Dieselpreis lag bei durchschnittlich 190 ISK (ca. 1,50€). Die Bezahlung wird direkt an der Zapfsäule mit der Kreditkarte übernommen, die hier sogar beim Bäcker in einer kleinen Ortschaft zum Einsatz kommen darf. Tankstellen sind nur in Ballungsgebieten gehäuft vorhanden. In ländlichen Gegenden gibt es wenig und deshalb ist ratsam, nicht bis zum letzten Schluck zu fahren.

Es gibt bestimmt noch weitere Fakten, die mir aber gerade nicht einfallen wollen und vielleicht den Rahmen sprengen würden. So möchte ich endlich zum Schlusswort kommen.

Hinter uns liegen nun 17 Tage Island. Das sind 408 Stunden auf einer weit entfernten Insel, die, von Naturphänomenen übersät, wahrscheinlich Jedem beim Anblick die Kinnlade runter fallen lässt. 24.480 Minuten, in denen wir mit unserem Auto ganze 4.573 Kilometer gefahren sind und gefühlt jeden kleinen Zipfel der Insel abklapperten. Unsere Füße trugen uns 160.577 Schritte und die Sohlen haben nach umgerechnet ca. 100 Kilometern einen beachtlichen Abrieb erlitten. Die Checkliste der Sehenswürdigkeiten kann gebunden als Taschenbuch verkauft werden und die 408 Liter vertilgten Dünnbieres brachten die Wirtschaft des Landes in Aufschwung.

Viele Zahlen und Fakten befinden sich in diesem Text, die leider nicht im Geringsten ausdrücken, was wir in dieser Zeit hier erlebt haben. Es war ein tolles Abenteuer, mit meinen neun Begleitern auf diese Insel gereist zu sein und ich bin ebenso dankbar für die Resonanz der Daheimgebliebenen auf meine Berichte. Die Entscheidung der Reportage in Schriftform macht den Urlaub nicht immer so erholsam wie benötigt und zwang mich des Öfteren, als letzter die Bettruhe zu finden. Rückblickend war es das natürlich Wert und ich kann auch noch in zehn Jahren, bei ansteigender Demenz, unseren Urlaub auf Island in Erinnerung rufen.

Danke! Euer Christoph

Tag 17 - Die Abreise und

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Tag 16 – Die Luft ist langsam raus

Nach nunmehr 16 Tagen ohne Pause auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten, vielen Stunden Autofahren, wandern, schwitzen und frieren, weist der Enthusiasmus eine fallende Tendenz auf. Das ist sicherlich nicht verwunderlich und so kam es, dass wir heute arge Probleme hatten, in die Gänge zu kommen. Wir haben viel gesehen und wollten die letzten zwei Tage dem eigentlichen Sinn eines Urlaubes widmen und ein wenig die Entspannung fördern.

So war heute noch einmal ein Badetag auserkoren worden. Den wollten wir aber in keiner touristisch überfüllten Badeanstalt, angepriesen von Reiseführern, zelebrieren. Wir besuchten ein kleines Bad in „Borgarnes“, einer Stadt in unserer Nähe. Das Wetter stellte sich gut auf unser Vorhaben ein und beglückte uns mit ausdauerndem Regen. Da wir aber noch nicht so richtig aus unserem Erlebnis-Trott rauskommen, haben wir die Strecke zum Wasservergnügen unwesentlich um 120 Kilometer erweitert, um noch eine ausgewählte Sehenswürdigkeit abzuwickeln. Es hätte eigentlich nicht so weit sein müssen, aber mein Handy hatte mir zum letzten längeren Ausflug noch einen Streich spielen wollen und uns auf eine falsche Route geführt. Weit am Ziel vorbei geschossen, blieb uns nur die Kehrtwende. Zumindest kamen wir dem zweitgrößten Gletscher, dem „Langjökull“, etwas näher und konnten seine schneebedeckten Gipfel erkennen. Für längeres Verweilen war das Wetter leider nicht zu gebrauchen und so steuerten wir die richtigen Koordinaten an. Auf dem Weg hielten wir noch kurz in dem kleinen Ort „Reykholt“ an. Der Ort ist für die Geschichte der Insel ausschlaggebend, da hier einer der größten Dichter und Politiker Islands, „Snorri Sturluson“, für längere Zeit unterkam. Er lebte hier von 1179–1241, hatte ein Haus mit einer immer noch bestehenden heißen Quelle und wurde auch in diesem Ort unfreiwillig zur letzten Ruhe gebracht. Außerdem gibt es hier ein kleines Museum, das sich auf die isländische Sagenwelt bezieht und einen Einblick in die bedeutendsten Werke verschafft. Leider folgten nicht viele meiner Begeisterung, mehr über dieses wichtige Kulturgut der Einheimischen zu erfahren und da die Mehrheit gegen einen Besuch war, ging es wieder weiter. Das ist Demokratie und so muss ich wahrscheinlich ein Buch in die Hand nehmen um dieses Thema und die Isländer besser zu verstehen. Nach weiteren zehn Minuten hatten wir die wasserreichste heiße Quelle des Landes namens „Deildartunguhver“ erreicht. Dieser Standort versorgt das Umland bis ins 60 Kilometer entfernte Akranes mit Wärme. Wegen der ohnehin sensationsmüden Sehenswürdigkeit, dem anhaltenden Niederschlag und der Tatsache, dass wir uns auf einer Baustelle aufhielten, haben wir die sprudelnden Springquellen schnell wieder verlassen. Der Grund für die vielen wegversperrenden Bauzäune ist der Neubau eines Bades. Da die Fertigstellung aber erst auf den Oktober datiert wird, waren wir leider zur falschen Zeit am falschen Ort.

Da der einzige Antrieb, die Unterkunft am heutigen Tag zu verlassen, dass Einweichen des trägen Leibes im heißen Nass war, war es an der Zeit, nach Borgarnes zu fahren. Es ist ein kleines Bad mit Anschluss zu einer Sportstätte und nahe einer Bildungsanstalt. Mit günstigen 900 ISK (7,00 €) gezahltem Eintritt, betraten wir die Katakomben und waren gleich in den geschlechtlich getrennten Umkleiden, die ihre Blütezeit zusammen mit Schlaghosen und dem Tamagotchi schon hinter sich hatten. Es war schlicht, ausreichend und zudem praktisch. Im Gang zu den Duschräumen hing ein Pissoir, was auf den ersten Blick grotesk wirkte, im Nachhinein aber sehr nützlich war. Im Erfüllen der Baderegeln sind wir geschult und wurden somit akzeptiert. Es hätte uns aber auch so gut wie niemand zur Ordnung rufen können, da wir fast das gesamte Areal für uns allein hatten. Wir konnten uns knappe zwei Stunden im 42 Grad heißen Wasser suhlen, im angenehm temperierten Becken schwimmen, drei Rutschen benutzen und das alles unter langsam aufklärendem Himmel. Somit wurde es ein erfolgreicher Aufenthalt und ließ die ersehnte Ruhe einkehren. Da war es also nun. Dieses isländische Lebensgefühl. Einmal Þetta reddast, die Zeit an sich vorbei ziehen und die Sorgen Sorgen sein lassen. Sollten wir öfter machen.

Da die Kamera heute auch einen Ruhetag verdient hatte, gibt es nur ein Bild mit unserem derzeitigen Balkonausblick.

Tag 16 – Die Luft ist

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Tag 15 – Snæfellsnes die Zweite

Aus vielen Erfahrungsberichten wurde uns ans Herz gelegt, die Halbinsel Snæfellsnes an mindestens zwei Tagen zu besichtigen, um die große Anzahl der Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten. Wir haben auf den Rat gehört und ein zweites Mal dieses Gebiet angepeilt. Natürlich haben wir uns am Vorabend wie gewohnt über die bestehenden Möglichkeiten informiert und mit einem klaren Plan in petto, „Vatnshellir“ angefahren.

Hierbei handelt es sich um eine vor 8000 Jahren geformte Lavahöhle, die mit einer geführten Tour begehbar ist und die wir vor Ort buchten. Ein halbe Stunde Wartezeit mussten wir in Kauf nehmen, da die Besichtigungen stündlich erfolgen und 45 Minuten andauern. Mit Taschenlampen und Helm ausgerüstet, waren wir ausreichend gewappnet und nach kurzen Instruktionen ging es hinab in die Tiefe. Bis zu 35 Meter unter dem Erdboden bewegten wir uns nur vom Taschenlampenlicht geleitet durch den holprigen Untergrund und bekamen jetzt doch das Gefühl, die Reise zum Mittelpunkt der Erde zu beginnen. Bezugnehmend auf den Roman ist das Ende der fiktiven Tour ausgeschildert und wir könnten, mit Spitzhacke und Spaten ausgestattet, irgendwann aus dem 3.591 Kilometer entfernten Vulkan Stromboli (Italien) heraus winken. Heute erforschten wir allerdings erst einmal den 200 Meter langen Tunnel, der durch einen Lavastrom gebildet wurde und uns mit einer Temperatur von 2 Grad schon einmal auf die herannahenden Wintermonate eingestimmt hat. Es war einen Besuch wert und ich kann es jedem ambitionierten Höhlenforscher und Sandkastenenthusiasten empfehlen. Vom Abenteuermut gepackt, haben wir im Anschluss einen schlecht ausgebauten Pfad zum Gletscher angepeilt und ein weiteres Mal unseren fahrbaren Untersatz auf seine Offroad-Tauglichkeit geprüft. Der Weg wurde nach zehn Kilometern steigender Höhe und sinkenden Temperaturen leider so schlecht, dass wir das gesteckte Bestreben, einmal Gletschereis eigenhändig zu berühren, abblasen mussten. Wir waren aber zu diesem Zeitpunkt schon in anspruchsvoller Höhe, sodass vereinzelt weiße Schneenester auf den Hügeln lagerten. Eines hatte es uns angetan und es war auf den ersten Blick in unmittelbarer Nähe. Wir wagten den Versuch und trauten uns in das ungesicherte Gebiet. Natürlich sind wir verantwortungsbewusst genug, keine fahrlässigen Dinge zu tun – wir wollen alle wieder unversehrt heim kommen. Wir überquerten einen kleinen Schmelzwasserbach, beanspruchten noch etwas die Beinmuskulatur für einen geforderten Anstieg und um die nächste Ecke biegend, erstreckte sich der Eisfladen vor uns. Bei genauer Betrachtung war es sogar ein Tunnel aus gefrorenem Gletscherwasser, der sich langsam seiner ursprünglichen Form entledigte und zunehmend an Masse verlor. Jetzt hatten wir doch noch die Möglichkeit, in Berührungsnähe mit dem Eis zu kommen und haben es mit beiden Augen zudrücken als Gletscher anerkannt und somit als Erfolg verbucht. Jetzt war die Zeit schon stark vorangeschritten und die Rückfahrt von anderthalb Stunden noch zu bewältigen. Um aber auch auf diesem Weg noch ein paar neue Eindrücke zu erlangen, haben wir eine andere Strecke gewählt und dem dort ansässigen „Kirkjufell“ einen Besuch abgestattet. Hierbei handelt es sich um einen Berg mit der Form eines Hexenhuts, der schon als Kulisse für die Games of Thrones Episoden diente. Daher ist er natürlich auch ein gern genutztes Fotomotiv und war deshalb gut besucht. Auf Bildern wird er oft im Zusammenhang mit dem gleichnamigen „Kirkjufellsfoss“ abgelichtet. So ein Lichtbild sollte auch unser Bedürfnis befriedigen und so nahmen wir die kurze Fußstrecke, nach anfänglichem Hadern, in Kauf. Wir sind mittlerweile von Wasserfällen gänzlich gesättigt, haben zugegeben auch schon prächtigere gesehen und die Begeisterung wurde eingeschränkt ausgedrückt. Nichtsdestotrotz gehört es zum Gesamtbild, also Auslöser gedrückt und wieder auf's Ross.

Morgen ist der letzte Tag, den wir mit einer Nacht komplettieren. Samstag Abend geht dann unser Flieger nach Deutschland zurück und mittlerweile werden uns diese Fakten bewusst und drücken auf das Gemüt.

Polarlichtinfo: Die Nacht hat es wieder farbig gestürmt am Himmel.

Tag 15 – Snæfellsnes

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Tag 14 – Willkommen in der Hauptstadt

Heute ging es in das eine Stunde entfernte „Reykjavik“. Ins Deutsche übersetzt, beudetet es so viel wie „Rauchbucht“. Jedoch war das Einzige, was an diesem Tag gequalmt hat, unsere Kreditkarte. Ein Besuch in der Hauptstadt gehört zu jeder Islandreise dazu und so darf es in unserer natürlich auch nicht fehlen. Außerdem steigt hier die Wahrscheinlichkeit, auf Isländer zu treffen, mit Ihnen in Kontakt zu geraten und mehr über die Menschen zu erfahren. In der Region um Reykjavik wohnen 60 Prozent der gesamten Bevölkerung. Die restlichen verteilen sich auf der Insel und waren nicht so oft zu Gesicht zu bekommen. Lediglich Individuen unseres Schlages, also attraktionsgeile Touristen, liefen uns bislang immer vor der Linse herum und zerstörten somit viele perfekte Momentaufnahmen.

Kurz nach zehn rollten die Räder und wir wählten den schnellen Weg zur Hauptstadt des Landes, mit der Prämisse, eine Mautgebühr für die Unterquerung des „Kollafjörður“ in Kauf zu nehmen. Dadurch sparten wir 50 Kilometer, haben uns ca. sechs Kilometer unter der Erde fortbewegt und bezahlten dafür 1000 Isländische Kronen. Zudem ist ein Tunnel auf Island eine Sehenswürdigkeit für sich, denn wir haben bislang, in den vielen zurückgelegten Stunden, nur einen Tunnel durchquert. Hier gehen die Straßen meist über den Berg - oder daran vorbei. Wir haben uns bis zum Zentrum vorgearbeitet und gleich die Touristeninformation aufgesucht. Da wir uns erst einmal einen Überblick über die Stadt und deren Sehenswürdigkeiten verschaffen wollten, war eine Sightseeing-Bus-Tour mit der Möglichkeit des Ein- und Ausstieges an den dafür vorgesehenen Haltepunkten die richtige Entscheidung. Die komplette Tour dauerte eine Stunde und klappert alles Sehenswerte ab. Wir bedienten uns dieser Luxussituation und legten die Beine im Bus hoch. Auf der Fahrt entschieden wir, nach welcher Attraktion unser Gemüt lechzte. Wir wählten als Erstes den Besuch im isländischen Walmuseum, profitierten erneut von unserer Konstellation und erhielten einen Gruppenrabatt. Mit Audioguide gewappnet, erfuhren wir zahlreiche wissenswerte Informationen über die Meeresriesen und kamen uns zwischen lebensgroßen Pappmache Figuren wie Zwerge vor. Es verdient auf jeden Fall das Prädikat „sehenswert“, ist aber etwas zu kurzweilig für den Preis von 2900 ISK. Aber wir sind ja auf Island. Da wir den roten Bus knapp verpassten und nur noch wegfahren sahen, sind wir zum nächsten Punkt gelaufen. So groß ist die Stadt dann doch nicht und die Kuriositäten ziemlich nah aneinander. Das isländische Nationalmuseum, mit einer Ausstellung rund um die Geschichte des Landes. Eigentlich sind wir ja nicht die Museumsgänger, doch in Anbetracht der spärlichen Möglichkeiten, haben wir uns für die intellektuelle Variante und die Sammlung der Landesschätze entschieden. Mit 2000 ISK etwas günstiger und sehr umfangreich. Leider hat die Zeit für einen intensiven Tauchgang in die Welt der ersten Ansiedler, die Missionierung des christlichen Glaubens und die Gründung der Republik nicht gereicht. Es gab doch noch ein Bauwerk, das uns mit seinen Reizen zur Besichtigung aufforderte.

Die „Hallgrímskirkja“ ist eine evangelische Kirche, das zweithöchste Gebäude des Landes und das Wahrzeichen von Reykjavik. Der Bau begann 1945 und sie ist optisch mit Basaltsäulen umsäumt. Vom ca. 75 Meter hohen Kirchturm erschließt sich ein Rundumblick über die Hauptstadt und das Umland. Vorausgesetzt, sie besuchen die Stadt an einem der rar gesäten Sonnentage. Wir griffen noch einmal in die Tasche, legten 900 ISK auf den Tisch und es ging über die Dächer der Stadt, damit ihr einmal Reykjavik von oben zu sehen bekommt.

Fazit zur Stadt: Reykjavik ist keine Weltmetropole. Sie hat keine pompösen alten Bauwerke und wenig prunkvolle Gebäude. Sie hat einen eher provenzalischen Charakter, versprüht dabei aber einen unbeschwerlichen Charme. Ich bin von der Stadt nicht gänzlich überzeugt aber der Besuch von Reykjavik war zu keinem Zeitpunkt der Grund für unseren Islandbesuch. Hier sollte sich aber jeder, der die Möglichkeit hat, sein eigenes Bild von der Stadt machen. Vielleicht haben wir den falschen Ansatz gewählt und hätten lieber die Nähe zu den Menschen aus dieser Stadt und nicht zu den Sehenswürdigkeiten suchen sollen.

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Tag 13 – Reise zum Mittelpunkt der Erde... fast

Heute sollte die Halbinsel „Snæfellsnes“ angefahren werden. Sie wird liebevoll Miniatur-Island bezeichnet, da sie auf der kleinen Fläche von 1468 km² so ziemlich alle Vorzüge der großen Insel widerspiegelt. Der Name ist einigen vielleicht auch aus einem Klassiker des französischen Schriftstellers Jules Verne bekannt. Im Roman „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ betreten die Protagonisten Professor Otto Lidenbrock und sein Neffe Axel durch den gleichnamigen Vulkan „Snæfellsjökull“ das Erdinnere. Diese Reise haben wir nicht gewagt, da sie etwas den zeitlichen Rahmen sprengen würde und schon die Besteigung des 1446 m hohen Riesen uns an die Grenze des Zumutbaren bringt. Außerdem hatte ich meine Handschuhe vergessen und der Snæfellsjökull trägt nicht umsonst den Namen: „Schneeberggletscher“. So haben wir das Vorhaben auf unbestimmte Zeit verschoben und sind erst einmal anderen Aktivitäten nachgegangen.

Erster Halt war „Rauðfeldsgjá“, eine schmale Schlucht, durch die ein kleiner Bach führt und die bis zu einem gewissen Grad von unten durchdringbar ist. Wir haben uns erstaunlich weit durchgekämpft, hatten dabei sichtlich Spaß und etwas nasse Füße bekommen. Zwischen zwei Bergen förmlich eingequetscht, über rutschige Steine, den Halt an der spitzen Felswand suchend und nur durch einen engen Spalt mit Tageslicht gespeist, den Weg ertasten - einfach mystisch und eine tolle Erfahrung. Wieder an der frischen Luft haben wir den Fischerort Arnastapi angesteuert. Hier spazierten wir entlang der vom Meer geformten Steilküste, das durch seine Kraft Höhlen und Buchten in den Stein eingemeißelt hat. Einige davon sind von oben offen und werfen die Gischt bei starkem Wellengang in die Reichweite der Beobachter. Das war auch für uns ein Grund, an dieser Attraktion ein paar Minuten inne zu halten und eine Prise Salzwasser um die Ohren gehauen zu bekommen. Nur sollte man sein Staunen, nicht wie in meinem Fall, mit offenem Mund ausdrücken. Die komplette Küste mit seinen atemberaubend geformten Felskonstrukten haben wir um Arnastapi abgelaufen und sind weiter am Fuße des Snæfellsjökull, der sich tief im hängenden Nebel versteckte, zum nächsten Ziel gefahren. Nicht auf der Rechnung hatten wir dabei „Lóndrangar“. Erneut ein eindrucksvoller Küstenzug, der uns mit einer hohen und seltsam anzuschauenden Basaltkonstellation von Weiten zuwinkte. Das Angebot, kurz vorbeizuschauen, nahmen wir an und ich quälte ein weiteres Mal den Auslöser meiner Kamera. Zum Schluss wollten wir uns noch einmal der magischen Anziehungskraft eines der vielen Wasserfälle unterziehen. Er trägt den amüsanten Namen „Klukkufoss“, ist umsäumt von Basaltsäulen, befindet sich am Fuße des „Hreggnasi“ und in einer traumhaften Lava-Moos-Umgebung. Leicht wurde uns die Suche nicht gemacht, hat er sich doch gut abseits der Strecke und seiner eigentlichen Markierung auf unseren „Ortungsgeräten“ versteckt. Gefunden haben wir dich trotzdem - ätsch!

Wen die täglichen Rundreisen und kleinen Abenteuer noch nicht ausfüllen und wer einen zusätzlichen Nervenkitzel sucht, um die eigene Anspannung zu steigern, der sollte wie ich etwas total Unüberlegtes und Dummes tun. Die vielen Eindrücke Islands haben wahrscheinlich den Arbeitsspeicher in meinem Kopf so gut ausgefüllt, dass vermeintlich unwichtige Dinge hinten herunter gekehrt wurden. Leider gehörte der PIN meines Handys dazu und wollte mir nach einem Neustart partout nicht einfallen. Das entfacht gute Laune und nach dem dritten falschen Versuch ist Erfindungsreichtum angesagt. Schlussendlich ging alles gut und der Tag konnte versöhnlich beendet werden.

Tag 13 – Reise zum Mit

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Tag 12 – Das Land der Superlative?!

Nachdem der gestrige Bericht wegen des ereignislosen Tages, recht übersichtlich war, will ich euch heute wieder mit aufgerissenen Augen vor euren Endgeräten sitzen „sehen“. Wir hatten die Vermutung, dass sich die Morgenroutine aufgrund der Dezimierung der sanitären Einrichtungen etwas mehr in die Länge zieht. Wurden aber eines besseren belehrt und waren überrascht – wir haben uns wahrscheinlich zusammen eingelebt.

Auf dem Plan stand heute der höchste Wasserfall Islands. So ist es jedenfalls im Internet auf einigen Seiten zu lesen. Tatsächlich war er bis 2011 der höchste, wurde dann aber vom „Morsárfoss“ abgelöst. Dieser befindet sich auf dem größten Gletscher Europas, dem „Vatnajökull“, wurde erst vor sechs Jahren entdeckt und schoss gleich in den isländer Wasserfall-Charts von null auf eins. Wir besuchten heute aber den „Glymur“, der mit 198 Metern Fallhöhe trotz alledem Beachtung verdient. Er liegt in Mitten einer Schlucht und soll über einen wundervollen Wanderweg erreichbar sein. Dieser hatte es allerdings in sich, denn es waren 3,6 Kilometer, auf denen wir 249 Höhenmeter erklimmen mussten. Die Wanderschuhe sind aber mittlerweile gut eingelaufen und so haben wir das Abenteuer gewagt. Gleich am Anfang wird man allerdings zur Entledigung dieser gezwungen. Es ist nötig, einen Fluss zu überqueren und außer einem Seil gibt es wenig Hilfestellung geboten. Also Schuhe aus und Füße waschen. Ab da ging es Berg auf und das nicht zu knapp. Für Gebrechliche oder Kleinkinder kann ich diesen Pfad nicht empfehlen, ist er doch etwas anspruchsvoller, erfordert Kondition und Schwindelfreiheit. Wenn es dann doch gemacht wird, bekommt der Abenteuerlustige einen atemberaubenden Blick über die umliegende Landschaft und Bauchkribbeln beim visuellen Eintauchen in die Schlucht. Der eigentliche Grund der Wanderung, der Wasserfall, war ein ständiger Begleiter beim Aufstieg und unser Ziel war, ihm auf Augenhöhe zu begegnen. Das haben wir geschafft, gedanklich mit der Hand abgeschlagen, ein Dünnbier zur Belohnung geöffnet und dieses in schwindelerregender Höhe unter vielen seltsam musternden Blicken genossen. Wieder am Auto und mit trittfestem Boden unter den Füßen, ging es sofort zum nächsten Tagesablaufpunkt.

Der war über eine Autostunde entfernt und hierbei sollte es sich um das gleiche Naturphänomen in allerdings niedrigeren Gefilden handeln. Die „Hraunfossar“ sind eine 700 Meter lange Ansammlung von kleinen Wasserfällen, die direkt aus einem Lavafeld zu entspringen scheinen. Hraun heißt übersetzt Lava und somit steht die Namensgebung fest. Flussaufwärts verbirgt sich ein weiterer Wasserfall namens Barnafoss, dessen Geschichte eine weitaus tragischere ist. Hier sollen der Sage nach in einer Weihnachtsnacht zwei Kinder von einem natürlichen Steinbogen gefallen und ertrunken sein. Die trauernde Mutter ließ daraufhin diesen entfernen, um ein weiteres Unglück zu verhindern. Jetzt trägt er den Namen „Kinderwasserfall“ und lässt einem beim Anblick der mit hoher Geschwindigkeit rauschenden Wassermassen, die sich durch die Lavafelsen schlängeln, ein wenig schaudern.

Jetzt war es wieder Zeit für die Heimreise und wir erledigten auf dem Weg unseren fast täglichen Einkauf. Es ist nicht das leichteste, für zehn Personen mehrere Tage im Voraus zu planen und so kommen wir wenig drumherum, die Shoppingtour im Stundenplan fest einzubauen. Vielleicht liegt es auch am übermäßigen Dünnbierverbrauch - diese Aussage möchte ich allerdings unbeantwortet im Raume stehen lassen.

Tag 12 – Das Land der

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Tag 11 – Der goldene Westen...

Heute ging es nach dem kurzen Aufenthalt im Norden zur dritten Unterkunft. Diese liegt im Westen von Island und soll uns die Türen für diesen Teil der Insel und den dortigen wundervollen Landstrichen öffnen. Der Weg führt uns in die Nähe der Stadt „Borgarnes“ an den See „Skorradalsvatn“, wo wir nun für die nächsten sieben Tage ein gemütliches Haus bewohnen werden.

Die Fahrtzeit betrug dieses Mal nur knapp über vier Stunden und so hatten wir noch zwei Bedarfshalte eingelegt. Der erste lag nur eine viertel Stunde abseits der Ringstraße und wird „Kolugljiúfur“ bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine Schlucht, durch die sich ein Fluss hindurch windet. Der wiederum entspringt nur wenige Meter davor einem Wasserfall und begleitetet uns mit diesem gewohnten beruhigenden Rauschen, das wir schon so oft vernehmen durften. Es war mit dem Auto direkt zu erreichen und somit der richtige Halt für die längere Reise. Nur knappe 40 Kilometer nördlich von diesem Standpunkt entfernt, an der Ostküste der Halbinsel „Vatnsnes“ liegend, suchten wir den „Hvítserkur“ auf. Hier ist die Rede von einem Basaltfelsen, der mutterseelenallein, und bei Ebbe zu Fuß erreichbar, aus dem Meer ragt und aufgrund seiner kuriosen Form auf sich aufmerksam macht. Einer Sage nach, soll es sich um einen versteinerten Troll handeln. Wird aber auch hin und wieder als trinkende Kuh bezeichnet. Für alle beiden Behauptungen brauch man natürlich ein wenig Fantasie und wer die besitzt, der sieht auch noch mehr Gestalten in dieser Felsformation. Wir konnten wegen des hohen Wasserstands mit dem Hvítserkur nicht in Berührungsnähe gelangen. Hatten aber aufgrund des ständig wechselnden Wetters an diesem Tag einen wundervollen Regenbogen im Hintergrund. Der Abstieg zum „weißen Nachthemd“, was der Felsen frei übersetzt bedeutet, ist etwas steil und es handelt sich lediglich um einen Hang, den es sich „abzuseilen“ gilt. Von oben ist der Blick allerdings ausreichend und bequemer erreichbar.

Jetzt sollte es nonstop zum nächsten Haus gehen, damit genügend Zeit zum Beziehen der vier Wände bleibt. Ich könnte jetzt erneut ausführlich von den wundervollen Landschaften entlang der Straße schwärmen, alle Eindrücke wiedergeben, die ich aufgeschnappt habe und mir sowieso nicht komplett einprägen konnte. Es war zusammengefasst grandios und das anhaltende Staunen bei der Autofahrt verkürzt diese ausschlaggebend – zumindest gefühlt.

Mehr gibt es heute leider nicht zu erzählen, was auch ein wenig an meiner fortgeschrittenen Müdigkeit liegt und beides den Grund für den kurzen Text am heutigen Tag darstellt.

Tag 11 – Der goldene W

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Tag 10 – Pack die Badehose ein...

Wir hatten uns nach den zahlreichen Unternehmungen, die ohne Zweifel alle schön waren, doch einmal einen Tag Ruhe verdient. Natürlich steht dabei der Anspruch, den Tag mit landestypischen Aktivitäten zu frönen, an oberster Stelle.

So ging es zum „Jarðböðin“, einer Bade-Lagune in den Bergen vor dem See Mývatn liegend, die mit thermalem Wasser gespeist ist. Genau das Richtige für den verregneten Tag, dachten wir uns. Denn Fakt ist, die Isländer sind für ihre ausgeprägte Badekultur bekannt. Das liegt allerdings nicht an den traumhaften Strandabschnitten, die die Insel säumen. Denn hier im Meer liegen die Wassertemperaturen bei unter 10 Grad und die laden nur hartgesottene Wasserratten zum Reinspringen ein. Dafür gibt es in Island zahlreiche Bäder. Fast jeder Ort hat seine eigene Schwimmhalle und neben der berühmten Blauen Lagune in der Nähe von Reykjavik hat auch unser derzeitiger Standort eine solche Badestelle. Die ist aber nicht ganz so schlimm überlaufen und mit 30 € Tageskartenpreis um die Hälfte billiger. Auf dem Weg haben wir selbstverständlich noch einen Zwischenstopp eingelegt und das Lavafeld „Dimmuborgir“ angeschaut. Auf den ersten Blick hatten wir etwas Heimweh, da die Formationen denen der beheimateten Sächsichen Schweiz ähneln. Wir spazierten eine kleine Runde um die steinigen Kleckerburgen und fuhren anschließend zum eigentlichen Ziel. Der Regen hörte auf und wir fühlten uns sicher, hier eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Das Bad befindet sich gänzlich im Freien und ist ohne Niederschlag sicher angenehmer. Allerdings gab es eine weitere Naturgewalt, die wir nicht auf der Rechnung hatten und die uns den Badespaß ein wenig verderben sollte. Es zog wie Hechtsuppe und es war zu keinem Zeitpunk eine Besserung in Sicht. Der Wind peitschte so über die Wasseroberfläche, dass wir uns ernsthafte Sorgen über gesundheitliche Schäden machen mussten. Eine Ohrenentzündung passt uns überhaupt nicht in den Kram und so haben wir nach einer Stunde das Bad mit gemischten Gefühlen verlassen. Dennoch war es den Besuch wert, zählt es doch zu den liebsten Beschäftigungen der Isländer und ist somit eine Pflichtveranstaltung, wenn man das Land kennen lernen möchte. So ist es auch nötig, sich den Gepflogenheiten der Einheimischen anzupassen und eine ganz wichtige Regel zu beachten. Vor dem Badegang ist es unabdingbar, den Körper gründlich mit Seife abzuduschen und das am besten im Adamskostüm. Wer sich nicht dran hält, macht sich schnell unbeliebt. Auch darf man hier kein Erlebnisbad erwarten. Für die Isländer ersetzt das Bad den Stammtisch und so wird sich hier getroffen, einfach im warmen Nass gehockt und über die alltäglichen Themen geplaudert. Wir haben einmal reingeschnuppert, waren mehr oder weniger zufrieden mit dem Ergebnis und mehr wollten wir eigentlich auch nicht.

Der starke Wind war jetzt doch etwas ein „Erholungstöter“ und so haben wir den restlichen Tag in der Unterkunft verbracht und einfach etwas die Beine und Seele baumeln lassen.

Für solche Fälle habe ich noch etwas Island-Wissen angehäuft, um den fehlenden Platz in den Berichten zu füllen. Dieses Wissen dient speziell zum Klugscheißen und kann in den verschiedensten Gesprächsrunden für staunende Blicke sorgen. Also Kugelschreiber gespitzt und gefährliches Halbwissen aufgesaugt:

Die Namen. Isländer haben keine normalen Nachnamen, wie wir es kennen und gewohnt sind. Wenn ein Neugeborenes das Licht der Welt erblickt, bekommt es hier einen Vornamen und darauffolgend den Namen des Vaters mit „son“ oder „dóttir“. Der Junge bekommt das Anhängsel „son“ (Sohn), das Mädchen „dóttir“ (Tochter). So ist zum Beispiel ein Olaf Sigurðson frei übersetzt: Olaf der Sohn von Sigurð. Bei den Frauen das Gleiche in grün. Der Vorname ist dabei von höherer Bedeutung und wird vor der Vergabe von einem Bennungskomitee genehmigt und muss gewissen Vorgaben Folge leisten. Die Namen sollen nur Buchstaben aus dem isländischen Alphabet enthalten und müssen deklinierbar sein. Jetzt schränken diese Regeln und das Namenssystem die Vielfalt bedeutend ein und das Telefonbuch von Island würde dem Nachnamen Sigurðson ein paar tausend Einträge widmen müssen. Daher wird das Telefonbuch nach Vornamen sortiert und zum besseren Finden der Personen der zweite Vorname, Ort und Beruf hinzugefügt.

Morgen geht es dann zur dritten Unterkunft in den Westen der Insel und es kehrt schon wieder Aufbruchstimmung ein - aber das sind wir mittlerweile ja auch gewohnt.

Tag 10 – Pack die Bade

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Tag 9 – Bei uns war heute schon Wa(h)ltag

Heute stand ein großes Ereignis an und deshalb mussten wir ein Stündchen eher wie gewohnt in die Gänge kommen. Mittlerweile sind wir gut organisiert und schaffen es, einigermaßen pünktlich das Haus zu verlassen.

Heute ging es wieder in das 45 Minuten entfernte Húsavik. Die Stadt hat eine weitreichende Geschichte, soll hier der schwedische Wikinger Gardar Svavarsson, der als Entdecker Islands gilt, im Jahre 870 den Winter verbracht haben. Dieses Mal waren wir mit dem triftigen Grund, die gebuchte Wal-Beobachtungstour einzulösen, vor Ort. Vormittag um zehn legten wir mit dem Holzschiff namens „Náttfari“ im Hafen ab. Mit einem Preis von 10.500 ISK (ca. 80,00 €) ist es sicherlich kein günstiger Spaß, dennoch gehört es zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Island und darf somit in unserer To-Do-Liste nicht fehlen. Außerdem bekommt jeder Passagier bei Nichterfüllung der Vertragsbedingung, sozusagen eine Rundfahrt ohne Wal-Sichtung, einen weiteren Versuch gratis. Da das aber nicht in unseren engen Zeitplan passt, war diese Option sowieso irrelevant und wir in Zugzwang. Das Wetter spielte uns schon einmal gut in die Karten und für die kommenden drei Stunden auf dem Atlantik war Sonnenschein angesagt. Da es dennoch auf hoher See etwas kühler werden kann, bekamen wir warme Overalls gereicht und standen wie die Michelinmännchen an der Reling aufgeschnürt. Irgendeiner, und ich möchte mich aufgrund meiner fehlenden Konfession nicht auf höhere Mächte beziehen, meinte es gut mit uns und so konnten wir schon nach einer halben Stunde die erste Schwanzflosse zu Gesicht bekommen. Eine kurze Beschreibung der Walbesichtigung zusammengefasst: Schiffsguide entdeckt Wal (in unserem speziellen Fall war es ein Buckelwal) – gibt die Lage des Wales an (z.B. 3 Uhr) – alle Möchtegern-Matrosen stürmen die rechte Seite des Kahns – der Wal macht sich durch Ausstoßen von Wasser und leichtes Auftauchen sichtbar – dieser Vorgang wiederholt sich dreimal – das letzte Auftauchen ist intensiver, wird mit dem Anheben der Schwanzflosse und Eintauchen in die Tiefe begleitet. Jetzt heißt es ca. zehn Minuten warten, bis der Koloss wieder zum Luftschnappen kommt. Wo er dann auftaucht, ist nicht Gewiss und somit starren 50 Leute wie gebannt eine viertel Stunde aufs Wasser. Wir konnten diesen Vorgang fünfmal beobachten und waren, mal mehr und mal weniger in der unmittelbaren Nähe, Zuschauer dieses Schauspieles. Augenkontakt konnten wir allerdings nicht pflegen, da lediglich das Zeigen des Rückens und die finale Endfigur - der Wink mit der Schwanzflosse - zur Kür zählten. Alles in allem war es erfolgreich. Wir konnten zufrieden in den Hafen zurück schippern und bekamen sogar noch eine heiße Schokolade und Zimtschnecken von gestern serviert.

Da das gute Wetter noch aushielt und die liegengelassenen Sehenswürdigkeiten von gestern abzuarbeiten waren, ging es wieder südwärts. Der „Víti“ im Vulkansystem „Krafla“ war der erste Anlaufpunkt. Hier handelt es sich um einen Vulkansee, der speziell durch seine hellblaue Farbe sehenswert ist. Außerdem wurden in der isländischen Mythologie an diesem Ort Eingänge zur Hölle vermutet. Für uns waren keine Türen ersichtlich und somit war der Besuch von kurzer Dauer. Auf dem Weg zum Kratersee hatten wir ein weiteres, auffällig blau leuchtendes Gewässer entdeckt, das am Fuße eines geothermalen Kraftwerks ein paar Touristen lockte. Auch wir hielten an und machten uns abermals von den siedenden Quellen dieses Landes ein Bild. Wenn man sich nicht sicher ist, ob in Island ein See oder Fluss mit heißem Wasser gespeist wird, so hält man nur die Nase in den Wind. Die Temperatur des Wassers ist hier einfach durch das Riechen zu unterscheiden – so war es auch hier möglich und roch nach warm. In unmittelbarer Nähe war noch eine aus der amerikanischen Serie „Games of Thrones“ bekannte Grotte stationiert. „Grjótagjá“ ist der offizielle Name und es handelt sich um eine Höhle mit einem kleinen See. Der letzte Punkt der noch abgehakt werden musste, ist der „Goðafoss“ (Wasserfall der Götter), ein Wasserfall, der mitten an der Ringstraße gelegen und nur 15 Minuten von unserer Unterkunft entfernt liegt. Hier soll um 1000 n. Chr. ein Gode namens Þorgeir nach dem Beschluss der Übernahme des Christentums als Religion auf Island alle heidnischen Götter in den Wasserfall gestürzt haben. So bekommt hier ein Wasserfall einen Namen zugesprochen und wir ein weiteres Naturereignis zu sehen.

Dann war erst einmal Schluss für heute und wir dürfen uns für den morgigen und letzten Tag im Norden der Insel einmal eine kleine Erholung gönnen.

Tag 9 – Bei uns war he

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Tag 8 – Die Island-Ralley im Norden

Heute hatten wir den ersten Tag im Norden der Insel und der Plan war, wie gewohnt, gut bestückt. Gegen unsere Erfahrungen, die wir hier bislang machten, war er wettertechnisch sehr stabil und mit ganztägigem Sonnenschein angekündigt. Ein Grund für uns, die Liste der abzuklappernden Sehenswürdigkeiten heute so gut es geht zu subtrahieren.

Wir wollten heute noch weiter in den Norden vordringen, um über den Fischerort Husavik eine andere Straße in den Süden zu fahren. In Husavik soll morgen dann unsere geplante Waltour starten und so konnten wir gleich buchen und bezahlen. Der erste Stopp auf der Route war „Ásbyrgi“, eine hufeisenförmige Schlucht, die durch drei besonders starke Gletscherläufe ihre jetzige ungewöhnliche Form erhalten hat. Erst haben wir die Straße in den Rachen der Schlucht bis zum Ende abgefahren und uns entlang der steilen Hänge einen ersten Überblick verschafft. Da das komplette Ausmaß des Canyons nicht von unten ersichtlich war, haben wir einen kleinen Vorsprung in der Mitte der U-Form ausgewählt und uns an dem angepriesenen Wanderweg auf den Kopf des Auslegers versucht. Nach einer halben Stunde waren wir in Position und hatten einen fantastischen Blick auf das komplexe Gebilde.

Der zweite Anlaufpunkt ist eine Berühmtheit in diesen Gefilden und verdient deshalb zu Recht unseren Besuch. Der Dettifoss ist der größte Wasserfall im Nordosten der Insel und zugleich der leistungsstärkste Europas. Das liegt an seiner Breite von 100 und einer Fallhöhe von 45 Metern, die eine Leistung von durchschnittlich 85 Megawatt umsetzen. Die Entfernung zum Wasserfall schien uns auf der Karte von dem ersten Standpunkt günstig. Die Fahrtzeit allerdings war erstaunlich lang und hätte uns ein wenig argwöhnisch vorkommen müssen. Blauäugig und vom schönen Wetter motiviert, haben wir die vorgeschlagene Strecke angepeilt und durften auf einer der vielen unbefestigten Hochlandstraßen unser Auto einem erneuten Offroad-Test unterziehen. Wir können mit guten Gewissen bezeugen, dass die Räder fest verankert sind und keine weiteren lockeren Teile unnützen Platz im Auto einnehmen. Die Fahrt glich einer Ralley und der Angstschweiß lief mir beim Durchfahren jedes Schlagloches stärker den Nacken herunter. Die Hinterbank hatte das gleichmäßige Auf und Ab in einen wohlen Schlaf gewiegt und einzig der Beifahrer blieb mir, um die nächste steile S-Kurve bei einer schwindelerregenden Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h anzusagen. Nach 30 Kilometern Holperpiste, einem noch intakten Fahrzeug und vollzähligem Zahnbestand, hatten wir die Straße verlassen und den direkten Weg zum Dettifoss ansteuern können. Allerdings ist auch hier ein Ausbau der Straße angedacht und in Zukunft kann auch diese Sehenswürdigkeit in angenehmer Reisequalität aus dem Norden kommend, bestritten werden. Vom Parkplatz des Hühnen hatten wir noch eine kleine Wanderung durch einen von der Natur angelegten Steingarten vor uns. Dann lag er uns zu Füßen, der „stürzende Wasserfall“, das ist sein ins Deutsche übersetzter Name und eben auch seine Profession. Es sind gigantische Wassermassen, die sich in die Tiefe stürzen und eine riesige Nebelwolke entstehen lassen. Flussaufwärts wartete ein weiteres Familienmitglied auf unseren Besuch und diese Einladung konnten wir nicht ausschlagen. Der Selfoss ist vielleicht nicht so brachial wie sein großer Bruder, dennoch ist er nicht minder ansehenswert. Durch seine Form und die Möglichkeit der Ansicht, ist er meiner Meinung nach sogar pittoresker. Nachdem der Tag schon stark vorangeschritten war, mussten wir die Heimreise antreten und die übriggebliebenen Punkte auf der Liste für später vormerken.

Heute hatten wir aufgrund der klaren Nacht noch die Möglichkeit, den Himmel leuchten zu sehen. Die Polarlichter oder auch Aurora genannten Sonnenwinde hatten sich heute deutlich und in angemessener Dauer gezeigt. Einfach atemberaubend und hoffentlich nicht das letzte Mal!

Mir fällt es zunehmend schwerer, mich in Berichten nicht so oft zu wiederholen und auch die Anzahl der Adjektive, die meine Begeisterung ausdrücken sollen, werden rar. Ich hoffe, dass ihr das nicht als Qualitätsdefizit seht und trotzdem weiterhin interessiert meine Berichte und somit uns auf Reisen begleitet.

Tag 8 – Die Island-Ral

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Tag 7 – Der Weg ist das Ziel

Heute stand die lange Reise zum Haus 2 auf dem Plan und es ging schon in den frühen Morgenstunden los. Der direkte Weg beträgt zwar nur knapp sechs Stunden, geht aber über die Westseite Islands in den Norden. Da wir uns das Ziel gesteckt haben, die Insel einmal komplett zu umrunden, mussten wir in den sauren Apfel beißen, über den Osten fahren und so verdoppelte sich rasch die angegebene Reisezeit. Vor dieser Fahrt hatten wir ehrlich gesagt ein wenig Bammel, da immer Komplikationen auftreten können und für Komplikationen war kein Platz im Zeitplan. Dennoch haben wir es uns nicht nehmen lassen, die Strecke mit zwei Zwischenstopps zu versehen.

Den ersten Streckenabschnitt hatten wir so schon bei vorhergehenden Expeditionen ähnlich abgefahren und da das Wetter, milde ausgedrückt, unter aller Sau war, hatten wir kein Bedürfnis, das Auto zu verlassen. Die erste Sehenswürdigkeit „Fjaðrárgljúfur“, eine etwa 100 Meter hohe und 2 Kilometer lange Schlucht, haben wir genau aus diesem Grund nur aus dem Auto betrachtet. Weiter ging es entlang der Küste zur „Jökulsárlón“, einer Gletscher-Lagune am Südrand des größten Gletschers Europas, dem Vatnajökull. Bei unveränderten Wetterbedienungen und starkem Wind, haben wir auch hier den Besuch auf das Wesentliche beschränkt und kamen nicht über ein paar Schnappschüsse und die Toilettennutzung hinaus. Sehenswert war es dennoch, wie sich die großen Eisbrocken schleichend dem Meer zu bewegten. Jetzt war nur noch der Weg das Ziel und wir ergötzten uns an der Umgebung, die rauschend am Fenster vorbei zog. Hin und wieder ließ sich die Sonne blicken und die Sichtweite wuchs an. Vorbei an Gletscherzungen, die bis an Häuser heran ragten. An unzähligen Bächen und Flüssen, die sich wie Tränen die Hänge herunterstürzten und den Weg zum Atlantik suchten. An Bergen, die wie aus dem Nichts der Straße entlang aus dem Boden in die Höhe schossen. An wunderschönen Stränden mit steilen Klippen und tobenden Wellen. Durch Lavawüsten, ohne jegliche Art von Vegetation und Leben. Es scheint, in Island sammeln sich alle Wunder der Natur und werden von dieser in rauen Mengen an den verschiedensten Stellen ausgespuckt. Ich hoffe, ich konnte ein paar Eindrücke aus dem fahrenden Auto mit meiner Kamera einfangen und kann euch einen kleinen Einblick über diese atemberaubende Insel machen.

Die Fahrt im Allgemeinen war angenehmer als vermutet. Die Straße war größtenteils geteert und in passablem Zustand. Hier wurde sich über die Jahre auf den heranwachsenden Tourismus und die vielen Autoreisenden eingestellt. In der Nähe von „Djúpivogur“ machten wir einen Abstecher über die Streckennumer 939, um eine Abkürzung von 60 Kilometern und einen Zeitgewinn zu erzielen. Die Rechnung mit der schwindenden Straßenqualität hatten wir jedoch nicht gemacht und 20 Kilometer, die über einen Berg führten und dessen Belag scheinbar mit Schlaglöchern gepflastert wurde, hatten ihren ganz speziellen Charme und wurden zu einem kleinen Abenteuer.

Schlussendlich erreichten wir gegen um acht das zweite Haus und haben die Fahrt besser als erwartet überstanden. Wir haben die neue Wohnung bezogen und sind von den Eindrücken dieses Landes noch leicht benommen, ins Bett gefallen. Nun befinden wir uns im Norden, in der Nähe der viertgrößten Stadt der Insel – „Akureyri“. Die Pläne für die kommenden Tage sind geschmiedet und wir sind gespannt.

Tag 7 – Der Weg ist da

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Tag 6 – die Wanderschuhe brennen

Am letzten Tag im Gebiet, das sich „Golden Circle“ nennt, wollten wir einmal die nicht ganz so überlaufenen und einfach zu erreichenden Stellen erkunden. Das Gefühl, sich einen Ausblick zu verdienen, indem man einen schweren Fußmarsch hinter sich bringt, macht den Augenblick bedeutender und prägt ihn länger ein.

Wir fuhren zu einem etwas kleineren Wasserfall, der aber aufgrund seiner Form und Farbe des Wassers zu einem der schönsten auf Island gehören soll. Nach gründlichem studieren der Wegbeschreibung sind wir auf zwei Fakten gestoßen. Zum einen ist der „Bruarfoss“ wohl schwer auffindbar, zum anderen wäre die Zufahrt zum naheliegenden Parkplatz wohl seit diesem Jahr gesperrt. Hier befindet sich nun eine private Ferienanlage und die offizielle Autoabstellmöglichkeit mit angrenzendem Wanderweg ist ca. 4 Kilometer entfernt. Keine unüberwindbare Entfernung, aber um die Schrittzähler meiner mitreisenden Freunde nicht zu überreizen, haben wir erst einmal den bequemen inoffiziellen Weg eingeschlagen. Nach abschreckenden Verbostschildern hatten wir erst ein mulmiges Gefühl, wurden dann aber sogar von einem Mitarbeiter der Anlage freundlich zum „ehemaligen“ Parkplatz gelotst. Wir waren aber nicht die einzigen, die die Idee und den Frevel besaßen, auf verbotenen Wegen zu wandeln und das Schicksal mit uns teilten. Im Handyzeitalter ist der Wasserfall dank dem Online-Kartendienst einer US-amerikanischen Firma dann doch unbeschwerlich zu finden. Der Pfad war „eingelaufen“, soll heißen er war verschlammt und wurde durch den einsetzenden Nieselregen nicht besser. Nach zehn-minütigem Fußmarsch hatten wir den Bruarfoss erreicht und konnten der Begeisterung der vielen Rezensionen im World Wide Web zustimmen. Als kleinen Geheimtipp, der in keinem von uns erworbenen Reiseführer geführt wird, suchten wir flussabwärts einen weiteren Wasserfall namens Hlauptungufoss auf. Jetzt mussten wir doch die Wanderschuhe beanspruchen und schlängelten uns durch Büsche und Geäst entlang des rauschenden Baches. Angekommen, waren wir auch hier von dem Naturphänomen hingerissen und trumpften uns mit dem Gefühl, hier eine Stelle entdeckt zu haben, die noch nicht viele zu Gesicht bekamen.

Zweiter Anlaufpunkt war Reykjadalur, ein Tal in der Nähe unserer Unterkunft. Hier gibt es den heißen Bach „Reykjadalsá“, der zum Badevergnügen einlädt. Wo gibt’s denn sowas? Natürlich auf Island. Der Weg zum Fluss ist allerdings nicht der gemütlichste und will erobert werden. Dreikommafünf schweißtreibende Kilometer bergauf hießen Zähne zusammenkneifen und quälen. Das Wetter zeigte sich inzwischen von seiner besten Seite und belohnte uns mit Sonnenschein. Da auch kein Lüftchen zog, wurden wir auf dem gesamten Anstieg von Fliegen und Mücken begleitet. Die dargebotene Kulisse, die sich einem links und rechts fernab der Streckte darbot, war, wie so vieles hier: gigantisch. Hohe Berge, tiefe Täler, dampfende Schwefelquellen und wir mittendrin. Mir fehlen die Worte und Worte können diese Eindrücke auch schlecht beschreiben. Auch wenn dies kein Anziehungspunkt für Massentourismus ist und keine Busse die Parkplätze füllten, waren hier viele Menschen mit dem gleichen Ziel im Blick auf Achse – ein Bad im Fluss. Nach 45 Minuten Gehweg erreichten wir die Badestelle und stürzten uns, erst etwas zögernd, dann doch gewiss, ins warme Nass. Die Qualen des Aufstieges waren wie vom Winde verweht und der Abstieg war weniger anstrengend zum Genießen der Umgebung angedacht.

Nun hatten wir doch einige Kilo- und Höhenmeter auf dem Buckel und haben das Geschenk, was uns Mutternatur hier uneigennützig auf dem Präsentierteller serviert, zumindest ansatzweise verdient. Wir werden nun doch schon etwas wehleidig, da heute noch Koffer packen angesagt ist. Wir verlassen das erste Haus und treten eine lange Reise gen Norden an. Hoffentlich bekommen wir hier oder da noch ein paar Schmankerl zu Gesicht und ich kann nicht nur über Vogelscheiße und Fliegendreck auf der Windschutzscheibe berichten.

Nachtrag: Gestern haben wir nun doch noch ein kleines Schimmern am Nachthimmel entdecken können. Es war nicht ganz so deutlich und andauernd, hat uns aber Appetit auf Mehr gemacht!

Tag 6 – die Wanderschu

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Tag 5 – Die Halbinsel Reykjanes

Nach nun fünf Tagen ändern sich die Morgenaktivitäten nur gering und so will ich euch nicht jedes Mal unser Aufstehen und Frühstücken erläutern. Heute war das Ziel der untere Zipfel in der Umgebung von Reykjavik auf der Halbinsel Reykjanes. Hier haben wir gestern gemeinschaftlich ein paar Anlaufpunkte ausgemacht, mit der Option, bei übriger Zeit der Hauptstadt einen ersten Besuch abzustatten. Uns ist bewusst, dass die Erkundung Reykjaviks mindestens einen Tag benötigt. Das wird ausführlich aber erst von der dritten Unterkunft angepeilt. Leider fiel mir erst auf der Fahrt auf, dass meine Speicherkarte nicht den vorhergesehenen Platz in meiner Kamera einnahm, sondern noch in der Wohnung verweilte. Deshalb mussten wir für den heutigen Tag auf GoPro und Handykameras zurückgreifen.

Erster Stopp war das Vulkansystem Krýsuvík, im speziellen die Solfatare Seltún. Solfataren sind postvulkanische Exhalationen von Gasen, die in diesem Fall Schwefel waren und mit Temperaturen von über 100 °C an die Oberfläche treten. Der Geruch ist uns mittlerweile bekannt, kommt es des Öfteren in diesem Land zu solchen Ausdünstungen der Erde und das Wasser aus dem Hahn begleitet ebenfalls diese Note. Ein Rundweg auf Holzstegen führt um die heißen Quellen und zeigt in Kürze, was hier unter der Erdoberfläche brodelt. Danach stand „Gunnuhver“ auf dem Zettel, was wir allerdings durch einen ungeplanten Zwischenstopp nach hinten verschieben mussten. Ab und zu signalisieren uns Schilder mit dem internationalen Zeichen für Sehenswürdigkeiten, dass wir hier etwas verpassen könnten und dieses Mal nahmen wir diesen Umweg in Kauf. Leider war der Weg „unbefestigt“ und mich beschlich nach 15 Minuten Holperpiste in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 km/h das Gefühl, dass wir hier nichts Bedeutendes sehen werden. Als wir für das Weiterkommen einen kleinen Bach überqueren sollten, waren wir kurz vorm Rückzug. Das Weiterfahren hatte sich allerdings gelohnt und wir wurden mit einem gigantischen Küstenzug belohnt. Wir hatten die Krýsuvíkurberg-Klippen „entdeckt“. Ein 15 Kilometer langer und 40 Meter hoher Seeschlitten auf dem wir thronten und der ein Paradies für Seevögel ist. Allerdings nicht im September – hier hatten wir die Aussicht für uns alleine. Weiter auf der Route war nun der Geo Thermal Hot Spring namens „Gunnhuver“ an der Reihe. Er hat die Eigenschaft, Schlamm und Lehm in unregelmäßigen Abständen in die Luft zu befördern und macht sich zeitgleich durch eine hohe Rauchsäule schon von Weiten sichtbar. Hier herrschen Temperaturen von bis zu 300 °C, die heran rauschendes Grundwasser sofort verdunsten lassen. Der starke Wind und andauernde Regen machten den Aufenthalt nicht zum Vergnügen und verkürzten diesen. Dennoch war es sehenswert. Ein weiteres Mal stießen wir auf eine Sehenswürdigkeit, die sich auf dem Weg anpries. Der Name war „Brimketill“ und der Steckbrief im Internet wies auf eine durch Meereserosion geformte Pool-Formation in der Küste hin. Baden ist hier allerdings verboten und in Anbetracht des harschen Seeganges kamen wir auch nicht in die Versuchung. Letztes Ziel war „Miðlína“, das sich mit der Möglichkeit einer Brückenüberquerung zwischen zweier Kontinente als Anlaufpunkt bewarb. Im Internet kursieren mehrere Beschwerden über die Echtheit. Da wir aber gerne mit solchen einmaligen Erlebnissen prahlen, zweifeln wir nie an solchen Aussagen und nehmen das einfach als bare Münze wahr. Im Vergleich zur Brücke war die Landschaft drumherum auf alle Fälle echt und ließ die Brücke ganz klein aussehen.

Mal abgesehen von den angefahrenen Sehenswürdigkeiten war heute der Weg das Ziel. Die Landschaft auf der Halbinsel Reykjanes ist grandios. Endlose mit Moos bewachsene Lavafelder, durch die sich eine ebenfalls nicht endende Straße schlängelt. Nicht müde werde ich von dem hier herrschenden Wetter zu reden. Unbeständig ist so eine oft genutzte Bezeichnung in unseren Breitengraden. Hier muss etwas neues dafür erfunden werden. Wir hatten heute Regen, Nebel, Wind, leichte Bewölkung und Sonne, die sich scheinbar im Minutentakt die Klinke in die Hand gaben. Eine Planung nach dem Wetter ist kaum möglich. So gibt es auch einen schönen Spruch, den wir aufgeschnappt haben.

Wenn du zu einem Isländer sagst, dass das Wetter hier schlecht ist, bekommst du folgende Antwort:

„Oh, you don`t like the weather? Ok, just wait five minutes!“

Das sagt wirklich alles!

Tag 5 – Die Halbinsel

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Tag 4 – Þetta reddast – die isländische Lebensart

Da der heutige Tag wettertechnisch dem gestrigen ähneln sollte und wir die letzten beiden Tage einen guten Schritt und Schnitt im Absolvieren von Sehenswürdigkeiten vorlegten, wurde der heutige unter dem isländischen Motto: „Þetta reddast“ begonnen. Frei übersetzt bedeutet es so viel wie „Das wird schon klappen!“ und spiegelt die lockere und gelassene Art der Inselbewohner wieder. Was heute nicht wird, wird morgen vielleicht. Da wir keinen genauen Plan für den heutigen Tag gesteckt hatten und auch noch einen kleinen Einkauf tätigen mussten, hatten wir die Startzeit auf Mittag angehoben und als kurzweiliges Ziel die Südküste und dessen kleine Fischerdörfer Stokkseyri und Þorlákshöfn abgesteckt. Im ersten Dorf wollten wir uns in die Sagenwelt der Isländer begeben und das „Draugasetrid“, ein Museum der Geister, Feen und Trolle aufsuchen. Isländersagas sind ein wichtiges Kulturgut und haben keinesfalls den vergleichbaren Wert von kleinen Kindergeschichten. Vielmehr spiegeln sie die Geschichte und Bevölkerung des Landes wieder. Hier werden sogar Straßen verlegt, da ihr Verlauf die Behausung von Fabelwesen streift. Ein bisschen grotesk, aber passt zu diesem mystischen Stück Erde. Leider war es heute für uns nicht möglich, in diese Welt einzutauchen, da die Ausstellung geschlossen hatte. Dann eben nach Þorlákshöfn, ein seit Jahrhunderten wichtiges Fischerdorf mit dem einzig großen Hafen zwischen Grindavik im Westen und Höfn im Osten. Hier ist seit den 50er Jahren der Fischfang und dessen Verarbeitung die wirtschaftliche Grundlage der Bewohner. Was wir auch feststellen durften. Den Hafen konnten wir durch unerklärliche Gründe zwar nicht direkt auffinden, der Geruch deutete aber eindrücklich auf das dort ausgeübte Gewerbe hin. Etwas enttäuscht von dem bisherigen Verlauf unserer Tour, sind wir zur „Raufarholshellir“ gefahren. Eine begehbare Lavahöhle, die allerdings seit einem Jahr nicht mehr frei zugänglich und nun ausschließlich in Form einer Führung und der Verrichtung einer 50€ teuren Eintrittsgebühr pro Person begehbar ist. Wirklich schade, denn das war uns die Stunde im Dunklen tappen nicht wert. Wieder ein Rückschlag und das motivierte uns endgültig, den Rest des Tages zu Hause in unserem heißen Fass und der Dampfsauna zu verbringen.

Wenig Erlebnisse sind ein Grund, etwas von meinen ersten persönlichen Eindrücken der Insel und deren Bewohner wiederzugeben. Wer in Island etwas auf sich hält, fährt hier keinen teuren Porsche oder Benz. Hier sind große Monster-Jeeps ein Statussymbol. In Reykjavik und Umgebung sind die Kolosse zwar eher unnütz, da die Straßen hier gut ausgebaut und asphaltiert sind. Im Hochland sind Allrad und so wenig wie möglich Bodennähe ein wichtiger Begleiter. Mal schauen, was uns im Norden für Wege erwarten. Wir kamen bislang noch nicht mit wirklich vielen Isländern in Kontakt, aber bei alltäglichen Problemen, die sich aufgrund der großen Entfernung beider Länder manchmal auftuen, wurde uns bislang immer freundlich unter die Arme gegriffen. Einheimische und Touristen sind am Kleidungsstil gut zu unterscheiden. Bei unter 10 Grad, Nebel und leichten Regen, trugen wir Unterhosen und wetterfeste Jacken. Ein Isländer geht im Shirt, kurzer Hose und Sandaletten. Es sind also knallharte Menschen mit weichem Kern hier oben. Ich hoffe, wir lernen noch mehr über die Kultur und können, wenn es der Geldbeutel hergibt, die ein oder andere landestypische Spezialität kosten.

Leicht wehmütig schreibe ich diesen Artikel, da ich euch heute keine sehenswerten Bilder zeigen kann. Aber es muss auch solche Tage geben. Wir werden es als Erholungstag abstempeln und zur Stärkung für die kommenden Erlebnisse nehmen. Damit der Artikel nicht ohne Bilder auskommen muss, zeige ich euch noch ein paar kleine Eindrücke unserer ersten Unterkunft und der direkten Umgebung.

Bis morgen – mit hoffentlich mehr zu erzählen!

Tag 4 – Þetta reddast

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Tag 3 – Islandwetter und trotzdem auf Tour

Heute klingelte der Wecker noch eine Stunde früher, um den straff gesteckten Zeitplan einhalten zu können. Es sollte in den Süden der Insel gehen und der Skogafoss, Seljalandfoss, der Reynisfjara Beach und - um unseren Fluggerätemechaniker still zu stellen - ein Flugzeugwrack abgeklappert werden. Leider war das Wetter untypisch für unsere ersten beiden Tage, aber dennoch landestypisch, schlichtweg beschissen. Die Sichtweite betrug durch den in den Bergen festsitzenden Nebel stümperhafte 50 Meter und es regnete. Das beförderte die Unternehumgslaune in den Keller und wir fingen an, Ausweichpläne zu schmieden. Immer das Handy mit den aktuellen Wetterinformationen im Blick, die sich minütlich änderten, haben wir knapp eine Stunde beratschlagt. Letztendlich haben wir auf den Wettergott gehofft und den Trip gewagt. Es gibt ja kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.

Das erste Ziel war das in einer kalten Novembernacht 1973 notgelandete Flugzeug an der Küste Islands. Das Wrack wurde, bis auf die Demontage der Tragflächen und des Motors, unverändert brach liegen gelassen. Nun ist es ein Anziehungspunkt für Touristen und wird als perfektes Fotomotiv beworben. Der Weg ist seit kurzem nur noch zu Fuß möglich und mit knapp 4 Kilometern durch eine öde Lavalandschaft nur kurzweilig aufregend. Die Nebelschwaden verzogen sich auf der Fahrt zunehmend und der Regen versiegte. Das Fluggerät oder das, was es einmal war, liegt im schwarzen Sand und hat, von der Verwitterung deutlich mitgenommen, die besten Jahre hinter sich. Ich wurde von unseren Flugzeugexperten gebeten, zu erwähnen, dass es sich nicht, wie im Internet beschrieben, um eine DC-3 handelt. Es ist vielmehr, „deutlich“ an der hinteren großen Frachttür zu erkennen, eine C-47. Die dachten wirklich, wir glauben jeden Mist, der uns durch die neuen Medien untergejubelt wird – aber nicht mit uns! Vom Wrack war es nicht weit bis zum Meer und so statteten wir dem kühlen Nass, zumindest aus sicherer Sichtweite, einen ersten Besuch ab. Ein fast menschenleerer dunkler Strand mit tosenden Wellen hatte eine pittoreske Atmosphäre und komplettierte den Besuch.

Zurück am Auto fuhren wir in die Nähe des Reynisfjara Beach. Nur wenige Minuten entfernt und direkt mit dem Auto erreichbar, hatten wir hier einen tollen Blick auf die Küste. Trotz geringer Sichtweite war es imposant und verdient ebenfalls das Prädikat – sehenswert. Die Straße zur Unterkunft zurück wollten wir noch zwei bekannte Wasserfälle anschauen und starteten mit dem Skogafoss. Hier ist es möglich, in direkte Berührungsnähe mit den fallenden Wassermassen zu gelangen und sowohl von unten als auch von oben einen Überblick zu erhaschen. Oben angekommen und nach ca. 430 schweißtreibenden Stufen, bekommt man zudem einen guten Ausblick geboten – unten bekommt man nasse Füße und muss sich die Brille putzen. Trotz alledem und vielleicht genau deswegen war es „berauschend“. Der nächste und letzte Anlaufpunkt war der Seljalandfoss. Der Wasserfall zeichnet sich durch die Möglichkeit der Umrundung aus. Hier ist es möglich, hinter den Foss (isländisch für Wasserfall) zu schauen und durch einen Pfad im Felsen zu sehen, was vielen lebenslang verborgen blieb. Auch hier waren wir wieder gut beraten, vollständig präpariert angereist zu sein. Hier bleibt kein Kleidungsstück trocken aber auch das Auge hat zunehmend zu tun, die Emotionen zurückzuhalten. Wirklich atemberaubend, unvergleichlich und ein Muss für den Islandbesuch.

Zurück ging es auf der berühmten Ringstraße, markiert mit der Nummer 1, die sich einmal um die Insel schlängelt und deren komplette Befahrung ebenfalls eines unserer Ziele ist. Gestern Nacht kamen wir noch kurz mit einem Naturphänomen in diesen Breitengraden in Berührung und konnten, zumindest ansatzweise, die Nordlichter erahnen. Hoffentlich zeigen sich die bunten Schleifen am Himmel in unserer Aufenthaltszeit noch deutlicher und ich kann euch nicht nur schriftlich ein Bild davon machen. Jetzt sind wir wieder in der Unterkunft und planen schon für morgen.

Tag 3 – Islandwetter u

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Tag 2 – Langsam eingelebt und los gelegt!

Die erste wirklich richtige Nacht war erholsam überstanden und wir sind pünktlich wie die Heftelmacher um acht aufgestanden. Das Frühstück war dieses Mal nahrhafter und wir konnten uns an den landestypischen Spezialitäten, die wir am Vortag gekauft hatten, ergötzen. Es gab Salami, Schinken, Gouda und Ei. Die haben wirklich Geschmack hier in Island! Bei zehn Leuten schiebt sich die Startzeit aufgrund verschiedenster Morgenrituale etwas nach hinten und wir konnten gegen zehn Uhr unsere Tour starten.

Das Ziel war eine Fahrt in den Nord-Osten des Landes mit den „Touristen-Hot-Spots“ Geysir und Gullfoss. Auf dem Weg besuchten wir in unmittelbarer Nähe unserer Unterkunft den Vulkankrater Kerið, der, vor vielen Jahren ausgebrochen, nun mit Wasser gefüllt unserem beheimateten Steinbrüchen gleicht. Die Entstehung ist aber grundlegend verschieden und in diesem Fall wesentlich interessanter. Wir umrundeten den Krater, um ihn schlussendlich hinabzusteigen. Es war einen Ausflug wert und mit 400 isländischen Kronen nicht das teuerste Vergnügen. Das nächste Ziel war das Markenzeichen dieser Insel. Wir fuhren zu den Geysiren. Was viele nicht wissen: der Namensgeber für diese Art von Naturphänomenen, nämlich „Geysir“, ist längst versiegt. Jetzt spuckt nur noch der kleine Bruder namens Strokkur aller drei bis fünf Minuten die heißen Wassermassen in die Luft. Dieses Spektakel ist nicht umsonst ein beliebtes Ziel für die vielen Touristen in diesem Land. Wer sich nach drei Ausbrüchen satt gesehen hat, kann sich an den vielen Fotografen belustigen, die minutenlang vor oder hinter der Kamera oder mit Selfiearm ausgestreckt auf den einen wahren Moment warten. Ich darf mich darüber lustig machen, da wir selber Opfer dieser Motivgeilheit waren. Weiter ging es zum Gullfoss. Unsere Ziele lagen meist nur eine halbe bis viertel Stunde Fahrt auseinander und so konnten wir den Tag mit vielen Sehenswürdigkeiten vollpacken. Noch vor vielen Jahren waren die Wege dahin mühsam, Kräfte zehrend und mit stundenlangen Wanderungen keine schnelle Nummer. Heutzutage ist alles nach zehn Minuten Fußweg vom Parkplatz zu erreichen. Es verliert dadurch an Charme, ist aber deutlich erholsamer. Der Gullfoss zählt ebenfalls zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands, ist er doch ein imposantes Meisterwerk der Natur. Hier wird eine durchschnittliche Wassermenge von 109 m³/s in das Tal befördert. Ich könnte mit dieser Angabe zugegeben ziemlich wenig anfangen aber mit Halbwissen glänzen ist in solchen Reiseberichten immer angebracht. Hier sprechen wahrscheinlich die angefügten Bilder für sich. Wir haben alle ausgebauten Wege, vorbei an Massen von Touristen, abgelaufen und waren kurzeitig in unmittelbarer Berührungsnähe mit diesem Koloss.

Eigentlich wollten wir anschließend die Secret Lagoon ansteuern und den Nachmittag in der geheimen warmen Quelle verbringen. Leider ist die Badestelle nicht ganz so wenig belaufen wie der Name es deuten lässt. Hier hat der Kapitalismus mal wieder gesiegt und so kommen hier am Tag viele Menschen, um den Besuch für ca. 25 Euro im warmen Nass verbringen zu dürfen. Wir waren uns zumindest kurz einen Überblick verschaffen, haben aber, in Anbetracht der schwindenden Zeit für die mehr oder weniger wichtigen Einkäufe, das Bedürfnis für ein Bad im warmen Wasser für zu Hause aufgehoben. Auf dem Weg zur Lagune sind wir noch auf eine weniger besuchte Sehenswürdigkeit gestoßen. Mitten aus dem Nichts entdeckten wir einen milchblau-leuchtenden Fluss, der sich durch schwarze Lavafelsen schlang. Nachdem wir uns sattgesehen haben und den kleinen Aufstieg zum Parkplatz begonnen hatten, war die Anzahl der parkenden Autos auf 10 gestiegen und ein Reisebus hatte sich dazugesellt. Leider wieder kein Geheimtipp, den wir mit nur einer kleinen Anzahl von Leuten genießen durften. Das ist aber hier wahrscheinlich auch nicht möglich und auch nicht unser Ziel. Wir haben auf dem Weg noch den staatlichen Alkoholladen namens Vínbúðin angesteuert und ein paar Luxusgüter erworben. Auf dem gesamten Weg wurden wir des Öfteren von Viehtrieben zum Anhalten gezwungen. Massen von Schafen wurden mit Hilfe von Islandpferden entlang der Straße begleitet. Es handelt sich hierbei um das sogenannte „Réttir“, dass mit der Rückkehr der Pferde aus dem Hochland und dem Schaftrieb traditionell den Sommer beendet. Zurück im Haus haben sich die Männer nicht der Anziehungskraft unserer hauseigenen heißen Quelle entziehen können und so den harten Tag auf ihre Art und Weise abgeschlossen. Die Frauen sind mittlerweile traditionell nach dem Abendessen an der Reihe. Und weil im Urlaub kein Platz für Chauvinismus ist, machen die Männer den Abwasch – vielleicht heute mal?!

Tag 2 – Langsam eingel

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Ein Bericht vom

Anreise und Tag 1

Es geht los – Island, das Land aus Feuer und Eis, Trollen und Feen und harten Männern mit Bärten. Auch ein Grund für mich, meinem von postpubertären Auswirkungen geplagten Antlitz mit einem Ansatz von einer „drahtbürstenähnlichen“ Substanz bewachsen zu lassen. Außerdem ist es derzeit im Trend. Ich schwanke ab – jetzt zum Wesentlichen.

Die Anreise war äußerst unproblematisch und lässt wenig Stoff für interessante Zeilen übrig. Nach dreieinhalb Stunden Flug wurden wir zwar nicht von den da herrschenden Temperaturen überrascht, dennoch mussten wir schnell die Anzahl der Kleidungsstücke erhöhen. Vor Verlassen des Flughafens waren wir noch im Duty Free Shop, der mit seinen vielen Besuchern den Flughafen allein finanzieren könnte. Dort sind die Preise noch unversteuert und die vielen Touristen sowie die einheimischen Urlaubs-Rückkehrer, hamstern hier ihre Jahresration an Alkohol. Viel haben wir nicht gekauft, da wir noch nicht die imaginäre Zollgrenze überquerten und nur ein begrenztes Kontingent an Sprit eingeführt werden darf. Nachdem wir die Mietstation unserer Fahrzeuge erreichten und auch hier alles problemlos verlief, konnte es auf die knapp zwei Stunden lange Fahrt zur ersten Unterkunft gehen. Gegen halb vier waren wir annähernd am Ziel angekommen und musste nur noch die Schranke durch einen Anruf beim Hausvermieter öffnen lassen. Da nach unzählbaren vergebenen Versuchen keiner erreicht werden konnte suchten wir, mit Taschenlampen bewaffnet, die Schlüsselbox und konnten, nach bislang einer Stunde unerbittlichen Kampf, das Haus beziehen.

Tag 1 – Nach dem Ausschlafen und einem dürftigen Frühstück aus den Überresten der Vorbewohner, war erst einmal der Einkauf auf der Tagesordnung. Ich finde, dass der erste Einkauf in einem neuen Land auch die erste Berührung mit der Kultur und den Menschen auf diesem Stück Erde ist. Du studierst Einheimische an ihrem Kaufverhalten und bedienst dich dessen, um das ein oder andere Schnäppchen zu schießen. Du bekommst einen Überblick über die Preispolitik und was anscheinend am meisten konsumiert wird. Du lernst neue Produkte kennen und erhälst sogleich einen Crashkurs für den Umgang mit Sprache und der Währung. Denn in Island ist Rechnen angesagt. Laut Wechselkurs ist derzeit 1 Euro - 124 Isländische Kronen wert. Mit dem Grundwissen, dass wir uns in einem der teuersten Länder Europas befinden, sind wir dennoch über das Endergebnis unseres Einkaufes überrascht gewesen. Es war nicht so teuer und auch für die horrenden Bierpreise, die uns natürlich am meisten beunruhigten, haben wir aus vorhergehenden Reisen gelernt und uns auf das angebotene Dünnbier gestürzt. Das genügt mit 2,25 Promille sicherlich nicht dem Anspruch eines deutschen Urlaubers, aber mit einem Einzelpreis von umgerechnet 60 Cent und beiden Augen zudrücken, ist es dann doch schon irgendwie so etwas wie Bier. Alkohol über die 3 Promille Grenze wird in staatlichen Alkoholläden vertrieben und dort dann auch dementsprechend anders versteuert. Weg vom Genuss der geduldeten Droge, kommen wir zum Genuss der Umgebung. Wir sind ja nicht wegen dem Bier auf die Insel geflogen. Die Zeit war jetzt aufgrund der späten Anreise, dem damit verbundenen späten Aufstehen und der Einkaufstour schon harsch vorangeschritten. Da das Wetter an diesem Tag aber, mit Sonnenschein bestückt, eine Rarität zu dieser Jahreszeit ist, mussten wir noch den nach Kulturreizen lechzenden Teil in uns befriedigen. Es ging nach Þingvellir. Einem Ort, der sowohl Politikwissenschaftler und Geologen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Hier driften die Eurasische und Amerikanische Platte auseinander und das wird durch einen Spalt sichtbar. Demnach ist es theoretisch möglich, beide Platten, zumindest sinnbildlich, zu berühren. Außerdem wurde hier schon im Jahre 930 das sogenannte Althing abgehalten. Eine Versammlung freier isländischen Männern, die hier den Grundstein für die Idee eines Parlaments legten. Mit diesen Eindrücken ging es durch die atemberaubende und dennoch karge Umgebung, die sich hin und wieder mit dem Geruch von faulen Eiern auch die Geruchssinne stimuliert. Jetzt sind wir wieder in unserem Haus und beginnen mit stereotypischen Rollenverteilungen in den Abend zu starten. Die Männer sitzen mit Bier im heißen Fass und die Frauen putzen den versifften Backofen – ich schreibe natürlich.

Der erste Tag ist immer überfüllt von Eindrücken und da ich nach langer Pause wieder in die Tasten haue, ist es auch für mich erst einmal gewöhnungsbedürftig. Ich hoffe, über die Zeit nimmt die Qualität der Texte zu und ich kann euch noch viel über das Land nahebringen.

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